Memory-Effekt: Muskelaufbau nach langer Trainingspause

Beinahe jeder Kraftsportler musste sich schon einmal anhören, dass die Muskeln ja schnell wieder zurückkämen, wenn das Dianabol nach einer längeren Pause wieder aufgenommen wird. Die zuvor antrainierte Muskelmasse sieht nach einer gewissen Zeit nämlich nicht mehr ganz so beeindruckend aus. Doch ist das wirklich so?

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Wer zu einer längeren Trainingsunterbrechung gezwungen ist, etwa durch eine Verletzung oder aus einem anderen Grund, wird schnell feststellen, dass Muskulatur für den Körper einen großen Luxus darstellen und nur durch eine regelmäßige und konsequente Belastung erhalten werden können. Schon nach sechs bis acht Tagen, an denen die Muskeln nicht beansprucht wurden, beginnt der Körper damit, das Wasser, das in den Muskeln gebunden ist, auszulösen und das enthaltene Protein zu verwerten. Auch neue Fettdepots werden angelegt. Die Folge: Die Muskeln verschwinden und Fettpolster entstehen.

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Für viele Kraftsportler ist dies ein NoGo. Allerdings ist es nicht immer abzuwenden, aus folgendem Grund: Der Körper eines Menschen ist stets bestrebt, den Energiehaushalt optimal zu halten. Aus möglichst wenig „Input“ durch Nahrungsaufnahme soll die größtmögliche Energiemenge gewonnen werden. Dabei handelt es sich um ein evolutionäres Erbe der Menschheit. Schon immer musste selbst bei unzureichender Versorgung mit Nahrung ein bestmöglicher Energiehaushalt das Überleben sichern. Lebewesen, die sich nur schlecht an eine Nahrungsmittelknappheit anpassen konnten, verhungerten. Anders ausgedrückt: Sie wurden auf natürlichem Wege ausselektiert.

 

Mehr Muskeln benötigen mehr Energie

 

Muskeln werden vom Körper aufgebaut, wenn er kontinuierlich starke körperliche Arbeiten vollbringen muss. Wird die Anforderung an die Muskeln erhöht, müssen diese folglich wachsen. Dies wird auch als „Hypertrophie“ bezeichnet. Mit einer größeren Muskulatur steigt dann der Gesamt-Energiebedarf des Körpers, weil auch die Zahl der Mitochondrien mit der Erhöhung der Muskelzellen ansteigt. Mitochondrien sind die sprichwörtlichen Kraftwerke des menschlichen Körpers, die den Energieträger ATP synthetisieren. Während der Muskelkontraktionen wird dieser dann verbraucht beziehungsweise zu ADP abgewertet. Eine zunehmende ATP-Synthese erfordert eine höhere Energiezufuhr aus der Nahrung (durch Fette und Kohlenhydrate) voraus. Je größer also der Muskel, desto höher ist der Energieverbrauch in der Arbeits- und auch der Ruhephase.

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Werden die Muskeln nicht mehr beansprucht, kommt es zu destruktiven Reizen und der Entstehung kataboler Prozesse. Unmittelbar danach beginnt der Muskelabbau. Unter destruktiven Reizen versteht man das Gegenteil von Wachstumsreizen, die während eines Krafttrainings entstehen. Der Körper zieht das Wasser aus den Muskelzellen und verarbeitet zahlreiche organische und energiereiche Verbindungen, aus welchen die Zellen bestehen, um die Aktivität nicht aktiver Zellen zu reduzieren. Damit soll wieder eine effizientere Gestaltung des Stoffwechsels erreicht werden. Der Körper entsorgt quasi all das, was er nicht benötigt und unnötig Energie verbraucht. Dass der Sportler viel und hart für die kräftigen Muskeln trainiert hatte, interessiert ihn dabei nicht.

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